Sehenswürdigkeiten in Tunesien

Mausoleom der Familie Bourguibas

Der erste Staatspräsident Habib Bourguiba, geboren im Jahre 1903 in Monastir, gab in seiner Heimatstadt den Auftrag, für seine Familie ein riesiges Grabmal zu errichten. Das Mausoleum ist von überwältigender Statur und thront über einen Friedhof mit seinen weißen Koubbas und Grabsteinen. Das Mausoleum der Familie Bourguibas ist mit goldbekrönten Minaretten und grünen Kuppeln versehen. Während seiner Amtszeit ließ Bourguiba das Mausoleum stets weiter ausbauen. Im Jahre 1980 kamen abschließend die Minarette hinzu. Die mit achtzehnkarätigem Gold überzogene Kuppeln steht für Habib Bourguiba. Die zwei etwas kleineren grünen Kuppeln stehen für seine zweite Frau sowie für seine Eltern.

Das Ribat von Sousse

Dem Ribat von Sousse wird nachgesagt, dass es das weithin älteste islamische Bauwerk in Nordafrika sein soll. Gebaut wurde er in Form einer Wehrburg. Die Almurabiten, die Glaubenskämpfer, existierten hier in militärischer Strenge. Die Kammern der Rittermönche sowie die Wirtschaftsräume hatten ihre Herberge im zentralen Hof. Der Gebetssaal befand sich im oberen Teil des Ribat von Sousse.

Die Zitouna Moschee in Tunis

Bei der Zitouna Moschee, auch bekannt als Ölbaummoschee, handelt es sich um einen enorm großen Sakralbau, mitten im Herzen der Medina von Tunis. Errichtet wurde die Moschee im Jahr 732 von arabischen Eroberern. Dieses monumentale Bauwerk wurde über sehr viele Dynastien hinweg stets erweitert. Letztendlich erfuhr die Zitouna Moschee einen Umbau zu einer Hochschule. Bis zu der Eröffnung der Universität in Tunis behielt die Moschee diese Rolle inne.  In der heutigen Zeit dürfen nur Muslime den größten Teil der Moschee nutzen. Für Nichtmuslime steht allerdings der Innenhof  für Zwecke der Besichtigung zur Verfügung. Von hier aus können eine Vielzahl von Bauelementen  der Zitouna Moschee erkannt werden. Die meisten Urlauber können die Ez-Zitouna-Moschee nur zum Teil besichtigen. Trotzdem stellt sie eine sehr schöne Sehenswürdigkeit dar. Ein Besuch dieser Moschee sollte sich kein Reisender entgehen lassen. Sehr gut erkennen lassen sich auch das Minarett sowie der innere Aufbau der Moschee vom Hof der Ölbaum Moschee aus. Der Innenraum wurde fünfzehnschiffig ausgestaltet. Die sich auf dem Hof der Moschee in Tunis befindenden Säulen hinterlassen einen hohen Eindruck. Sehr viele von ihnen sind mit wunderschönen Ornamenten versehen.

Das Bardo Museum

Im Jahr 1888 wurde das weitläufige Bardo Museum in Tunis eröffnet. Es bietet in dreißig Räumen, verteilt auf drei Stockwerke, einen einmaligen Überblick über arabische, griechische, punische und römische Epochen. Des Weiteren enthält das Museum eine der größten Mosaiksammlungen aus der gesamten Welt. Diese kann an den Böden und den Wänden des damaligen Beypalastes besichtigen. Unter anderem befindet sich darunter auch die bekannte Darstellung des Dichters Vergil. Weiterhin können Abbildungen und Landschaften aus der griechischen Mythologie angeschaut werden.  Das Museum Musée national du Bardo gilt als das größte archäologische Museum in ganz Tunesien. Von Tunis liegt es circa 4 km westlich vom Stadtzentrum im Stadtteil Le Bardo entfernt. Es besitzt die auf der gesamten Welt bedeutsamste Sammlung an römischen Mosaiken neben dem Zeugma-Mosaik-Museum, welches 2011 eröffnet wurde. Außerdem gilt das Bardo-Museum neben dem Ägyptischen Museum in Kairo als das am meisten bedeutende archäologische Museum Nordafrikas.

Karthago

Bei der Besichtigung der Ausgrabungsstätten von Karthago betritt man historischen Boden. Am besten erreichbar sind diese Ausgrabungsstätten mit der Metro von Tunis. Archäologischen Funden zufolge wurde die damals sehr berühmte Stadt im 8. Jahrhundert v. Chr. Gegründet. Umgeben war Karthago von einer 40 km langen Mauer. Römer legten 146 v. Chr. die Stadt in Schutt und Asche und überbauten die Ruinen. In der Gegenwart sind die Ausgrabungen weit im gesamten Ort verstreut.

In der Kleinstadt Karthago gibt es einige nette Cafés, Restaurants und Souvenirgeschäfte. In der Nähe des Hafens kann das antike Heiligtum der Gottheit Tanit besichtigt werden. Hierbei handelt es sich um Felder mit Hunderten von Grabsäulen. Das römische Theater von Karthago findet in den Sommermonaten Verwendung für Musik- und Theaterfestivals. Sehr gut erhaltene Villen, punische  Muster und rätselaufgebende Gravierungen zeugen vom damaligen Glanz der Stadt. Ein Besuch des tunesischen Nationalmuseums Karthago sollte in Erwägung gezogen werden.

Dougga

Um eine spektakuläre römische Stadt handelt es sich bei Dougga. Dougga liegt ungefähr 100 km von Tunis entfernt. Sie wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Ein Besuch der gut erhaltenen Bäder, Foren, Märkte und Tempel ist lohnenswert. Bei einem Stadtrundgang empfängt man bemerkenswerte Einblicke in das Leben von damals.  Scheint die Sonne nicht gar zu heiß, ist Dougga gut für ein Picknick geeignet. Als besonders spektakulär gelten die römischen Ruinen von Dougga. Das spätere Ausgrabungsgebiet war bis in die 50er Jahre hinein noch bewohnt. Das Theater mit seinen 3500 Sitzen ist in den meisten Fällen das erste Monument, auf das Besucher bei ihrer Tunesienreise treffen. Es wurde 188 n. Chr. von einem reichen Bürger der Stadt in den Fels gehauen. Später wurde es sehr aufwendig renoviert. In der heutigen Zeit finden hier jedes Jahr in den Monaten Juli und August die Festivals von Dougga statt. Dabei werden hauptsächlich klassische Dramen unter Flutlicht gespielt.

Kairouan

Die Heilige Stadt Kairouan liegt mitten in der Steppenlandschaft von Zentraltunesien. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier werden die sehr bekannten Kairouan Teppiche hergestellt. Sehr bekannt ist hier die Große Moschee. Sie bietet bis zu 200000 Pilgern Platz. Sehr sehenswert isst auch die schöne Altstadt. Kairouan lebt, im Gegensatz zu den Badeorten wie beispielsweise Mahdia oder Sousse, von Tagestouristen und bietet kaum Möglichkeiten für Übernachtungen an. Reisegruppen verweilen höchstens einen Tag in der Stadt mit seinen 130000 Einwohnern. Bis auf die Touristen hat es hier niemals eilig. Im Jahre 1914 schrieb Paul Klee: Die Altstadt von Kairouan sei ein „Extrakt aus Tausendundeiner Nacht, durchdringendes und berauschendes Aroma, gleichwohl erleuchtend”. Auch in der heutigen Zeit heben sich die strahlend weißen Mauern vor dem leuchtend hellblauen Himmel ab. In diesem Hellblau sind auch die kunstvoll geschwungenen Gitter, die sich vor den Fenstern der Stadthäuser befinden, gestrichen.

Matmata

Matmata befindet sich nicht weit von Gabés. Matmata gilt als das Zentrum der Olivenproduktion. Herausragend ist eine Vielzahl von Höhlenwohnungen. Diese werden zum Teil noch heute von Berberfamlien bewohnt. Einige der Höhlen sind zwischenzeitlich zu Hotels geworden. Einen hervorragenden Eindruck von der Lebensweise der Einheimischen erhalten Urlaub in dem kleinen Museum vor Ort. Matmata wurde auch als Filmkulisse für „Krieg der Sterne“ sehr bekannt. Diese Höhlenwohnungen von Matmata und seinen angrenzenden Ortschaften bestehen bereits seit vielen Jahrhunderten, wahrscheinlich sogar schon zu Zeiten der Phönizier vor über 3000 Jahren. Diese Höhlen bieten einen idealen Schutz gegen die Hitze im Sommer und die Kälte im Winter. Sämtliche Wohnhöhlen wurden bis zu 10 m tief in den lehmigen Boden von Hand hinein gegraben. Kommt man Matmata näher, sind zunächst nur die oberirdischen Häuser zu erkennen, genannt Neu Matmata. Diese wurden erst vor einigen Jahrhunderten erbaut. Erst beim zweiten Hinschauen werden die ersten Höhlenwohnungen entdeckt.

El Djem

In El Djem wird ganz besonders das kolossale römische Amphitheater für tiefe Beeindruckung sorgen. Das römische Amphitheater zählt ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Zu damaligen Zeiten bot das Theater 35000 Menschen Platz. Hier fanden viele Spiele von Gladiatoren mit wilden Tieren statt. Nach dem Kolosseum in Rom handelt es sich bei dem Amphitheater um das Zweitgrößte auf der gesamten Welt. Sehr zu empfehlen ist ebenso das Archäologische Museum. In diesem können bedeutende Funde aus der näheren Umgebung von El Djem angeschaut werden. In der heutigen Zeit findet im Aphitheater von El Djem eine Vielzahl von Musikfestivals statt. 200 Jahre nach Christus wurde ein 150 m langer und 120 m breiter Monolith mit einer Höhe von 36 m errichtet. Es handelt es sich um Denkmal der blühenden Kultur des antiken Thydrus. Nach Karthago war Thydrus die zweitgrößte Stadt des römischen Imperiums in Afrika.

Bordj el-Kebir

Von bewundernswerter Natur zeigt sich  die Festung Bordj el-Kebir in Mahdia. Errichtet wurde sie 1284 und stets ausgebaut. Das heutige Erscheinungsbild der Festung stammt aus der Zeit des Piraten Dragut. Dieser nahm um 1550 die Festung ein. Im Inneren von Bordj el-Kebir gibt es viele ausgestellte Exponate aus den verschiedensten Epochen zu besichtigen. Weiterhin kann ein herrlicher Ausblick auf die Altstadt, auf den Hafen und den islamischen Friedhof genossen werden. Kommt man aus der Stadt heraus und geht Richtung Leuchtturm, am Café Sidi Salem vorbei, wird das Ausgrabungsfeld – Fatimidenmauer – erreicht. Erbaut wurde die große Festung um 1595 zur Zeit der spanisch-türkischen Auseinandersetzungen. Später wurde sie auch als Gefängnis benutzt. In der heutigen Zeit sind noch die Mauern und einige der Wehrtürme zu besichtigen. Während der Sommermonate Juli und August finden die Nächte von Mahdia (Les Nuits de Mahdia) auf der großen Festung statt. Ein Besuch lohnt sich immer.

Ichkeul-See

Der Ichkeul-See ist als einzigartiges Paradies der Vögel bekannt. Hier, in unmittelbarer Nähe von Menzel Bourguiba, sind unter anderem Graugänse, Störche und viele andere Zugvögel beheimatet. Der See verfügt über eine Größe von 12600 Hektar. Er stellt das  wichtigste Naturreservat im Norden Afrikas dar. Im Jahre 1980 wurde Ichkeul von der UNESCO zum schützenswerten Naturerbe der Menschheit erklärt. Des Weiteren sehr sehenswert ist ein kleines Museum, welches seine Besucher über das außergewöhnliche Feuchtgebiet interessante Informationen bietet. Ichkeul selbst ist ein großer Nationalpark im nördlichen Teil von Tunesien. Dieser große Nationalpark ist 25 km südwestlich gelegen von der Stadt Bizerta. Das Wasser, welches den Ichkeul-See speist, findet gleichzeitig Anwendung bei der Versorgung mit Wasser der Bevölkerung Tunesiens. Es wird vor dem See gestaut. Ichkeul stellt heute den letzten verbleibenden Fluss einer Kette, die sich zu der damaligen Zeit über das gesamte Nordafrika entlang zog, dar.

Ribat von Sousse

Bei dem Ribat von Sousse handelt es sich um einen circa 27 m hohen Wachtturm mit sechs Ecktürmen. Erbaut wurde dieser zum Schutz gegen die christliche Invasion im Jahre 821. Über einen Gang mit einer Wendeltreppe wird die Spitze des Turmes erreicht. Von hier aus kann ein herrlicher Blick auf das Panorama der Stadt sowie auf das Meer genossen werden. Im Obergeschoß des Ribat von Sousse befindet sich zudem eine Moschee, im Untergeschoß sind einige Magazine zu finden. Aufsehen erregend ist auch der Eingang gestaltet mit einem Doppeltor sowie zwei korinthischen Säulen. Das Ribat von Sousse hat einen Umfang von 38 x 38 m. In der byzantinischen und römischen Zeit gab es schon eine erste Anlage. Zur Festung ausgebaut wurde sie um 821 von den Aghlabiden, unter der Leitung des Offiziers Ziyadet Ellah I.  Zu dieser Zeit wurde eine Vielzahl von derartigen Festungsbauten an der gesamten Küste von Tunesien errichtet.

Sidi Bou Said

In circa 20 km Entfernung von Tunis befindet sich Sidi Bou Said, ein Künstlerdorf. Es gilt als das schönste Dorf in ganz Tunesien. Es ist hoch über dem Meer am Felsen von Karthago gelegen. Viele Galerien bieten hier zeitgenössische Werke zum Verkauf an. Sehr beliebt sind auch das Café de Nattes und der Markt. Bekannt wurde das Café des Nattes durch einen Künstler namens August Maches. Einen besonderen Blickfang stellt der Palast Ennejma Ezzahra dar. Er ist öffentlicht zugänglich und gibt einem Museum mit Musikinstrumenten Herberge. Dass das Künstlerdorf Sidi Bou Said in der Gegenwart eines der wunderschönsten Küstenstädtchen in Nordafrika ist, hat es dem Baron Rodolphe d’Erlanger – einem französischen Bankierssohn mit deutschem Ursprung – zu verdanken. Dieser gelangt im Jahr 1912 in diesen Ort und verliebte sich ihn ich. Seinen Bemühungen zufolge wurde die Stadt komplett unter Denkmalschutz gestellt. Bis in die heutige Zeit hinein müssen sämtliche Neubauten im gleichen maurischen Stil erbaut werden.